
Caroline Mager: Wenn das Herz für Pferde schlägt
Bis zum 14. Lebensjahr teilte sich Caroline ein Bett mit besagter Oma, weil sie kein eigenes Zimmer in ihrer Wohnung in der Achsiedlungsstraße in Bregenz hatte. In dieser Zeit vermittelte ihre Großmutter ihr etwas Essenzielles: Der Wert eines Menschen darf niemals von seinem Beruf, seiner Herkunft, der Hautfarbe, Religion oder seinem Besitz abhängen. „Das Leben meiner Oma war geprägt von Verlust und Armut. Sie hat beide Weltkriege miterlebt und war eine unglaublich starke Frau. Für mich war sie wie eine zweite Mutter, die mir gezeigt hat, dass wir alle herzensgute Menschen sein können, auch wenn wir arm sind“, erinnert sich die fürs Vorarlberger Kinderdorf tätige Reittherapeutin bzw. -lehrerin.
Und dann gab es da noch zwei weitere Menschen, die für die kleine Caroline eine große Rolle spielten. Sabine und Stephan waren ein Ehepaar ohne eigene Kinder, aber dafür mit zwei Pferden, die sie vor dem Schlachter gerettet hatten. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sarah durfte sich Caroline damals um die beiden Haflinger kümmern, sie reiten und im Endeffekt sogar an Turnieren mit ihnen teilnehmen. Die Erinnerungen an diese Zeit an ihrem Lieblingsplatz, dem Reitstall Kloster Mehrerau, gehören zu den schönsten ihrer Kindheit: „Stephan und Sabine waren wie Eltern für mich. Sie haben sich liebevoll um mich gekümmert, mir Vertrauen und Geborgenheit geschenkt. Dadurch habe ich meine Schüchternheit überwunden und mit einem ausrangierten Haflinger, der eigentlich geschlachtet werden sollte, großartige Erfolge gefeiert.“
Gestärkt konnte die heutige Dressur-Landesmeisterin, die damals für Pippi Langstrumpf schwärmte, ihre eigene Familie gründen und später eine seltene, unheilbare Herzschwäche so weit überwinden, dass sie sich gegen alle Prognosen wieder in den Sattel ihrer geliebten Stute Felina schwingen konnte. Auch wegen dieser schweren Zeit, die hinter ihr liegt, würde sie ihrem jüngeren Ich gerne einen Rat geben: Leistung ist nicht alles. Liebe und ein zauberhaftes Herz sind genug.
Steckbrief Caroline Mager
Aufgewachsen in: in der Achsiedlungsstraße in Bregenz
Lebt heute in: Hard
Vorbild damals: Pippi Langstrumpf
Vorbild heute: Jessica van Bredow Werndl (mehrfache Olympiasiegerin im Dressurreiten mit ganz viel Herz für Tiere)
Berufswunsch als Kind: Reiterin/Reitlehrerin, Kindergartenpädagogin, Säuglingskrankenschwester
Beruf heute: Sekretärin im Landeskrankenhaus Bregenz auf der Geburtenstation, Reiterin, Reitlehrerin und früher Kindergartenpädagogin
Lieblingsplatz damals: im Reitstall Kloster Mehrerau
Lieblingsplatz heute: im Stall bei meinen Pferden
Perspektivengeberin: das Ehepaar Sabine und Stephan und ihre Oma
Als Kind bekannt für: ihre Kreativität und ihre Schüchternheit
Heute bekannt für: ihre große Tierliebe
Werden Sie zu einem:r Perspektivengeber:in unter dem Motto „Kinder vor!“
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