
Perrine Getzner: Warum Vertrauen stärker ist als Zweifel
Dabei verlangte die Schulzeit der gebürtigen Bürserin einiges ab. Lehrer:innen konfrontierten sie mit Aussagen wie „Aus dir wird sowieso nichts mehr“ oder „Du musst dich gar nicht mehr anstrengen“. Einmal behauptete sogar jemand, sie bräuche „Nerventropfen“. „Ich war wirklich keine gute Schülerin, habe immer mein Bestes gegeben. Aber diese Sätze haben Spuren bei mir hinterlassen“, erinnert sich Perrine zurück. Richtungsweisend war dann eine Lehrerin, die den Fokus nicht auf ihre Noten, sondern die Potenziale der 15-jährigen Schülerin richtete – und machte damit den entscheidenden Unterschied. „Rückblickend war das ein Wendepunkt in meinem Leben. Diese Lehrerin hat mir zugetraut, mehr zu können. Dieses Vertrauen hat etwas in mir verändert.“ Erst jetzt schafft es die junge Perrine, so richtig an sich selbst und ihre Fähigkeiten zu glauben.
Es gab aber noch einen anderen Menschen in ihrem Leben, der sie nie daran zweifeln ließ, dass sie ihren Weg gehen würde: ihre Mama. „Das Vertrauen meiner Mama in mich war oft größer als mein eigenes. Sie hat mich aufgefangen, wenn ich gefallen bin und mir immer wieder Mut gemacht. Obwohl sie den ganzen Haushalt schmiss, nahm sie sich stets die Zeit, mit meinem Bruder und mir zu spielen“, ist Perrine ihrer liebevollen Mutter dankbar. Von ihr lernte sie auch, dass Humor wichtig ist und es sich immer lohnt, hoffnungsvoll zu bleiben. Ihr Vater hingegen prägte ihren kindlichen Berufswunsch: die 38-Jährige wollte damals Sekretärin werden und in einem Büro arbeiten. Diese Vorstellung gefiel ihr, weil sie beobachtete, wie sehr ihr Papa seinen Beruf liebte: „Ich wollte schon damals später einmal mit derselben Freude arbeiten können.“
Das hat Perrine geschafft. Heute ist sie Leiterin der Personalentwicklung und Lehrlingsausbildung bei Getzner Textil. Sie fördert in ihrer Rolle Menschen und vor allem Familien, hat sich für eine Kleinkinderbetreuung im Unternehmen stark gemacht und so jungen Müttern den Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit erleichtert. Ihren eigenen beiden Töchtern will sie ein Vorbild sein, ihnen zeigen, dass Mutterschaft und berufliche Erfüllung sich nicht ausschließen müssen und dass frau etwas bewegen kann, wenn sie Verantwortung übernimmt.
Steckbrief Perrine Getzner
Aufgewachsen in: Bürs
Lebt heute in: Nüziders
Vorbild damals: ihre Mama und Menschen, die nie aufgegeben haben
Vorbild heute: Menschen, die Verantwortung übernehmen und anderen Mut machen
Berufswunsch als Kind: „Als Kind wollte ich Sekretärin werden und in einem Büro arbeiten, so wie mein Papa. Er hat seinen Beruf geliebt und ich glaube, schon damals habe ich mir gewünscht, später einmal mit derselben Freude arbeiten zu können.“
Beruf heute: Leiterin der Personalentwicklung und Lehrlingsausbildung
Lieblingsplatz damals: ein alter Baum in ihrem damaligen Wohnort
Lieblingsplatz heute: „Dort, wo ich Zeit mit meiner Familie verbringen kann.“
Perspektivengeberin: Mama und eine Lehrerin im Poly
Als Kind bekannt für: ihren Humor, ihre Hilfsbereitschaft und dafür, dass sie sich immer für andere eingesetzt hat
Heute bekannt für: ihren Mut, neue Wege zu gehen, Menschen zu fördern und sich für Kinder und Familien stark zu machen
Werden Sie zu einem:r Perspektivengeber:in unter dem Motto „Kinder vor!“
Geben Sie den Kindern Vorarlbergs die Möglichkeit, ihre Zukunft mitzugestalten. Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen. Ganz egal, ob es eigene Ideen oder laufende Projekte des Vorarlberger Kinderdorfs sind – wir freuen uns über Ihr Engagement. Die Geschichten, die daraus entstehen, werden unter „Perspektiven“ auf „Wir KINDER VORarlbergs!“ veröffentlicht. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!
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